Abwechslungsreich und nah am Menschen

Seit 2014 gibt es im Rettungsdienst einen neuen Ausbildungsberuf: Notfallsanitäter*in. Die Ausbildung dauert drei Jahre und vermittelt alle Kompetenzen, die man braucht, um Menschen im Notfall zu helfen oder im Krankheitsfall zu begleiten: selbstständig und verantwortungsvoll.

Im Rettungsdienst braucht man beides: theoretisches Wissen und praktische Erfahrung. Der Ausbildungsberuf Notfallsanitäter*in verbindet das von Anfang an. Die Auszubildenden lernen abwechselnd in unserer Akademie, in einem Kooperations-Krankenhaus und auf einer unserer 44 Rettungswachen.

Wer kann sich bewerben?

Bewerben kann sich jeder, der mindestens einen Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss hat. Darüber hinaus wird zum Tag der Einstellung der Führerschein Klasse B (BF 17) sowie ein polizeiliches Führungszeugnis benötigt.

Wann kann man sich bewerben?

Wir möchten möglichst vielen Interessierten die Möglichkeit einer Ausbildung in diesem spannenden Beruf bieten. Daher wird es ab 2020 in der RKiSH pro Jahr 88 Ausbildungsplätze geben. Jeweils zum 01.02., 01.04., 01.08. und 01.10. starten dann 22 Auszubildende an unserer Akademie in ihr Berufsleben. Um die Vergabe der Plätze möglichst zeitnah umsetzen zu können, gibt es hierfür zwei Bewerbungsphasen im Jahr. Von Dezember bis zum 15.07. kann man sich für die Ausbildungsplätze im Februar und April des Folgejahres bewerben, im Anschluss daran dann bis zum 30.11. für die Plätze im August- und Oktober-Kurs.

Theorie und Praxis ergänzen sich

Der erste Block mit theoretischem Unterricht findet in der RKiSH-Akademie in Heide statt. Danach wechseln die Azubis in die Klinik. Dort lernen sie, die theoretischen Kenntnisse anzuwenden und zu vertiefen, zum Beispiel, wie man einen intravenösen Zugang legt oder ein EKG schreibt. Die dritte Station ist die Praxis auf einer Rettungswache. Hier lernen die Auszubildenden den Rettungsdienstalltag kennen – bevor sie dann zum nächsten Theorieblock an die Akademie zurückkehren.

Bei unserer Ausbildung legen wir großen Wert auf ein pädagogisches Gesamtkonzept. Deshalb tauschen sich die Lehrkräfte der Akademie und die Praxisanleitungen auf den Wachen regelmäßig aus. So können Erfahrungen aus der Praxis zum Thema im nächsten Theorieblock werden und umgekehrt. Wir wollen, dass unsere Auszubildenden jederzeit erkennen, warum sie etwas lernen.

Wir lassen unsere Azubis nicht allein

Die Praxisanleitungen sind aber nicht nur die Ausbilder auf den Rettungswachen. Sie übernehmen auch eine persönliche Mentoren-Funktion für die Auszubildenden in der RKiSH. Somit haben die Auszubildenden über drei Jahre feste Ansprechpersonen, welche sich um das digitale Berichtsheft kümmern, das Training in der Akademie begleiten und bei Fragen und Problemen unterstützend zur Seite stehen. Außerdem sind sie Coaches für die Praxis, welche die Azubis auch bei ihren Einsätzen begleiten.

Während der ersten Hälfte ihrer Ausbildung begleiten unsere Auszubildenden als drittes Besatzungsmitglied zwei Kollegen auf unseren Einsatzmitteln. Dieser Ausbildungsabschnitt endet mit der Kompetenzüberprüfung. Mit erfolgreichem Bestehen dieser Prüfung können unsere Auszubildenden für die restliche Ausbildungszeit als vollwertiges Besatzungsmitglied neben einem berufserfahrenen Notfallsanitäter auf dem Rettungswagen eingesetzt werden. Dieser modulare Aufbau der praktischen Ausbildung ermöglicht einen gut betreuten Einstieg in den verantwortungsvollen Berufsalltag.

Kompetent und engagiert

Für ihre Tätigkeit sind die Praxisanleitungen bei der RKiSH bestens ausgebildet. Sie haben ein besonders großes medizinisches Fachwissen und eine pädagogische Zusatzqualifikation. Sie wissen, wie man Konflikte löst, Inhalte vermittelt und aus Auszubildenden selbstständige Rettungsfachkräfte macht, die kompetent und verantwortungsvoll ihrem Job nachgehen.

Sicherer Job mit Aufstiegschancen

An die Ausbildung der RKiSH stellen wir hohe Anforderungen. Und weil wir von ihren Qualitäten überzeugt sind, können unsere Auszubildenden nach einem erfolgreichen Abschluss auch mit einer Übernahme rechnen. Wer darüber hinaus noch weitere Karrierepläne hat, den unterstützen wir gerne mit Angeboten zur Weiterqualifizierung. Denn der Notfallsanitäter ist kein Beruf, der in der Sackgasse endet.

Das Gehalt in der Ausbildung

Auch alle Auszubildenden bekommen bei der RKiSH selbstverständlich die Vergünstigungen, die das Gesundheitsmanagement ausgehandelt hat. So zahlen unsere Beschäftigten in vielen Fitnessstudios geringere Beiträge und können viele Schwimmbäder sogar kostenfrei nutzen. Bezahlt werden die Auszubildenden zum Notfallsanitäter nach dem Auszubildenden-Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (Pflege, www.oeffentlicher-dienst.info). Seit dem 01.03.2019 sind das jeweils brutto:

  1. Ausbildungsjahr: 1.140,69 €
  2. Ausbildungsjahr: 1.202,07 €
  3. Ausbildungsjahr: 1.303,38 €
  • Voraussetzungen
  • Die Leistungen der RKiSH
  • Was ist bei der RKiSH anders?
Formale Anforderungen
  • Mittlerer Schulabschluss - MSA (Realschulabschluss) oder Erster algemeinbildender Schulabschluss - ESA mit abgeschlossener, zweijähriger Berufsausbildung
  • Gesundheitliche Eignung (wird durch unsere arbeitsmedizinischen Dienst festgestellt) 
  • Führerschein Klasse B (BF 17) zum ersten Tag der Ausbildung
  • polizeiliches Führungszeugnis ohne Eintragungen zum Tag der Einstellung 
Persönliche Eignung
  • Teamfähigkeit
  • Empathie
  • Hohe Auffassungsgabe
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Selbstständigkeit
Rahmenbedingungen
  • Wir bilden für den eigenen Bedarf aus
  • Vergütung nach TVAöD-Pflege
      • erstes Ausbildungsjahr: 1.090,69 Euro
      • zweites Ausbildungsjahr: 1.152,07 Euro
      • drittes Ausbildungsjahr: 1.253,38 Euro
  • Führerschein Klasse C1
  • 30 Urlaubstage pro Jahr
  • Jahressonderzahlung („Weihnachtsgeld“)
  • Schichtzulagen nach tatsächlicher Tätigkeit
  • anteilige Erstattung von Reisekosten
  • Diensthaftpflicht- und Unfallversicherung
Lehrmaterial

Die RKiSH stellt allen Auszubildenen zum Notfallsanitäter:

  • Stethoskop
  • Lehrbücher
  • Zugang zu unsere E-Learning-Plattform
  • selbsverständlich die persönliche Schutzausrüstung
Einbindung
  • Jährliche Mitarbeitergespräche
  • Mitarbeit in Teams
  • Mitarbeit in Projektgruppen
  • Mitarbeiterbefragungen
  • Ideenmanagement
  • Regelmäßige Chats mit den Mitarbeitern und der Unternehmensleitung
  • Regelmäßige Team- und Wachenbesprechungen
Unterstützung
  • Aktivheft - Belohnung von gesundheitsbezogenen Aktivitäten 
  • Übernahme der Eintrittskosten in vielen Schwimmbädern
  • Übernahme der Startgebühr für Sportwettkämpfe (bis 40 Euro pro Wettkampf)
  • Vergünstigungen in Fitnessstudios
  • Ergonomie am Arbeitsplatz
  • Betriebssportgruppen
  • Massageangebot
  • Obst- und Gemüsekorb für die Rettungswachen oder Verwaltungsstandorte
  • Rückenschule
  • Stresstest
  • Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte (PSNV-E)
  • Psychologische Beratung
  • Ernährungsberatung
  • Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)
  • Suchthilfe und -prävention
Wie ist der Schichtdienst geregelt?

In unserem eigens entwickelten Dienstplansystem, auf Basis eines flexiblen Jahresdienstplanes, ist die oberste Priorität die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf. So gehören Teilzeitarbeitsverhältnisse zur gelebten Praxis. Das liegt weit über dem Standard im Rettungsdienst. Den Rahmen dafür bildet der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD). Ein Vollzeit arbeitender Notfallsanitäter hat eine 48-Stunden-Woche (incl. Bereitschaftszeit und Pausen). Wie im Rettungsdienst üblich arbeiten wir mit einem Wechselschichtsystem. Dabei variieren die Schichtlängen zwischen neun und zwölf Stunden. Je nach der Anzahl der Nachtdienste, die ein Mitarbeiter regelmäßig arbeitet, hat er gemäß TVöD Anspruch auf zusätzliche Urlaubstage. Außerdem gibt es die Möglichkeit des Freizeitausgleichs über ein Arbeitszeitkonto.

Erfahren Mitarbeiter im Einsatzdienst, was im Unternehmen vor sich geht?

Ja. Über betriebliche Informationen, das Intranet, unsere Mitarbeiterzeitung oder den regelmäßigen Chat mit der Unternehmensleitung. Alle Mitarbeiter haben jederzeit die Gelegenheit, besondere Themen anzusprechen, die sie momentan bewegen. Denn die RKiSH ist die Summe ihrer Mitarbeiter.

Interessieren die Ideen der Mitarbeiter?

Ohne die Mitarbeiter geht es bei uns nicht! Die Herausforderungen der Zukunft werden ganz häufig mit unseren Mitarbeitern gemeinsam erörtert. Ein Beispiel: Zum Thema Weiterentwicklung des Rettungsdienstes nach Einführung des Berufes des Notfallsanitäters, findet ein strategischer Dialog zwischen interessierten Mitarbeitern und der Unternehmensleitung statt. Hier werden Ideen dazu entwickelt und diskutiert. Außerdem existieren ein Ereignis-Meldesystem und ein betriebliches Ideenmanagement. Hier haben unsere Mitarbeiter die Möglichkeit haben, direkt Einfluss zu nehmen.

Wie funktioniert die Umsetzung neuer Ideen?

Besonderen Wert legen wir auf das Projektarbeit: Jeder Wachenleiter reicht Projekt-Entwürfe ein. Die Ideen dafür liefern die Mitarbeiter der Wache. Erfolgreich durchgeführte Projekte heißen beispielsweise „Verbesserung der Zusammenarbeit mit Pflegeheimen“ oder „Critical Incident Reporting System - CIRS“.

Gibt es Lösungen für die Zukunft?

Für den gesamten Gesundheitssektor stellt der demografische Wandel die größte Herausforderung dar. Die RKiSH hat auf der Grundlage der Masterarbeit "Der Rettungsdienst in Schleswig-Holstein im Jahr 2025"  von einem ihrer Controller Konzepte entwickelt, um dieser Aufgabe frühzeitig zu begegnen. Auch werden Ideen entwickelt, wie Transporte in Krankenhäuser reduziert werden könnten und die Bürger dennoch die benötigte Hilfe für ihre Situation bekommen. Eine Idee ist die differenzierte Notfallversorgung: Ein weiteres Einsatzmittel, welches von der Leitstelle disponiert werden kann und mit einem speziell geschulten Notfallsanitäter besetzt ist, der direkte ärztliche Expertise mittels Telekonsultation nutzen können soll.

Wie sieht bei der RKiSH Arbeitssicherheit aus?

Die Leiter der Rettungswachen werden regelmäßig zur Arbeitssicherheit geschult. Sie achten beispielsweise darauf, dass die Einsatzdienstmitarbeiter richtig heben, die Lasten verteilt sind und bei gegebenen Anlässen Helme aufgesetzt werden. Des Weiteren werden alle Wachen von der Stabsstelle Arbeitssicherheit überprüft. Alle Maßnahmen stehen detailliert in unserem Arbeitsschutzhandbuch.

Was ist das Besondere der RKiSH-Region?

Die Vielfältigkeit. Und: Bei uns kann man Arbeiten, wo andere Urlaub machen. Wir decken Stadt- und Landrettung ab. Mitunter haben wir auch Einsätze auf See. In den ländlichen Regionen ist es naturgemäß eher ruhiger, auf den Wachen in städtischen Gebieten haben wir eine höhere Frequenz an Einsätzen. Egal, ob nun ländlich oder städtisch: Wir sind in Norddeutschland, und das prägt uns.